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Müntzerausstellung in der Katharinenkirche seit 3. Oktober 2020


18. November 2020

Vor 500 Jahren wirkte Thomas Müntzer als Prediger in Zwickau. Zunächst war er auf Empfehlung Martin Luthers in Vertretung für Johannes Wildenauer an St. Marien tätig. Die erste Predigt hielt er am 17. Mai 1520. Nach der Rückkehr des Stelleninhabers erhielt Thomas Müntzer am 1. Oktober 1520 die Predigerstelle an St. Katharinen als seine erste hauptamtliche Anstellung. Der reformoffene Stadtrat wollte ihn als evangelischen Prediger in der Stadt halten. Müntzer entwickelte in Zwickau ein enges Verhältnis zum Tuchmacher Nikolaus Storch, der als charismatischer Straßenprediger radikale Ansichten vom Glauben vertrat. Ihn soll Thomas Müntzer von der Kanzel der Katharinenkirche als Vorbild bezeichnet haben. Deftige Kanzelpolemik und ein entgleister Kanzelstreit, in dem von Anhängern Schmähgedichte über die Prediger in Umlauf gebracht wurden, führten zur Entfremdung vom gemäßigten Stadtrat und zur Entlassung Thomas Müntzers. Am 16. April 1521 unterzeichnete er seine letzte Gehaltsquittung mit „Thomas Müntzer, der für die Wahrheit in der Welt kämpft“.

An Thomas Müntzer und diese Episode in der Geschichte der Stadt und der Reformation soll die Dauerausstellung in der Katharinenkirche unter den Titel „Ihr sollt Träume haben“ Thomas Müntzer und seine Zwickauer Zeit erinnern. Sie wurde am 3. Oktober 2020 eröffnet und kann zu den Öffnungszeiten (dienstags bis samstags von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr)  oder im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Der durch Zwickau als Stadt der Reformation führende Lutherweg erhält damit eine deutliche Aufwertung an diesem historischen Ort.

Ab November kann die Müntzer-Ausstellung in der Katharinenkirche im Rahmen der offenen Kirche mittwochs bis samstags von 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr besichtigt werden. Bitte beachten Sie die jeweiligen Hygienevorschriften!

Skulptur Thomas Müntzer an der Katharinenkirche