Partnerkirche Stift Aalborg/Dänemark
Die Partnerarbeit mit dem Stift Aalborg in Dänemark begann im Jahr 1991 im damaligen Kirchenbezirk Rochlitz. Seit 1. Juli 2019 gehört diese Partnerarbeit in den Kirchenbezirk Zwickau. In den Anfangsjahren wurde sich jährlich getroffen, seit einiger Zeit finden aller zwei Jahre Begegnungstage im Wechsel in Dänemark und in Deutschland statt. Wir lernen voneinander, wie Glauben und Gemeindearbeit vor Ort gelebt wird und sind dankbar für persönliche Freundschaften. In den Zwischenjahren feiern wir gemeinsam Hybrid-Gottesdienst.
11 Dänen aus dem Stift Aalborg besuchten die Partner vom Kirchenbezirk Zwickau im Mai 2026
Tag 1 – Thementag
Zuerst stand die Arbeit des Schwarzen Kreuzes mit der Christlichen Straffälligenhilfe e.V. im Mittelpunkt. Matthias und Elisabeth Feige nahmen uns authentisch mit in ihr jahrzehntelanges Ehrenamt. Sie besuchen nicht nur Inhaftierte, schreiben Briefe und sind verlässliche Gesprächspartner, sondern vermitteln auch praktische Unterstützung und menschliche Nähe, erzählen von ihrem christlichen Glauben und leben diesen durch ihr Handeln vor. Für viele Gefangene wird diese Begleitung zu einer wichtigen Stütze in einer schwierigen Lebensphase. In einzelnen Fällen entscheiden sich Inhaftierte aufgrund dieser Erfahrungen für den christlichen Glauben und lassen sich taufen.
Danach sprach Superintendent Harald Pepel aus Zwickau über die Strukturen im Kirchenbezirk Zwickau. Auch in Dänemark gibt es Mitgliederschwund und Pfarrermangel und damit vergleichbare Probleme.
Im Anschluss folgte der 3. Themenkomplex. Polizeiseelsorger Matthias Große erläuterte uns seine spannende und wichtige Arbeit. Er hat eine landeskirchliche Pfarrstelle und steht nicht im Dienst der Polizei. In Dänemark gibt es diese Pfarrstellen nicht.
Tag 2 – Lutherstadt Eisleben incl. Besuch des Kloster Helfta
Oberin Sr. Katharina erzählte uns die wechselhafte Geschichte seit 1229, damals ein Zentrum der Frauenmystik. Das Kloster wurde mehrfach zerstört und nach der Reformation säkularisiert. Viele Jahre war es vernachlässigt und anderweitig genutzt. Seit 1999 leben wieder Zisterzienserinnen dort und unterhalten auch ein Bildungszentrum.
Weiter ging es zu den Luther Gedenkstätten Geburts- und Sterbehaus. In beiden Häusern erlebten wir interessante Führungen. Eine ganz besondere Zeit verbrachten wir in Luthers Taufkirche. Heute ist diese Kirche ein Zentrum der Taufe. Spätgotik und Moderne bilden eine Einheit. Ein großes Taufbecken wurde errichtet. Die Kirche ist auch international bekannt, Täuflinge kamen u.a. aus Südafrika und Südkorea.
Tag 3 – Leipzig
Wir besuchten das Ev.-Luth. Missionswerk. Pfarrer Keiling erzählte uns die 190-jährige Geschichte des LMW. Dabei wurden auch kritische Themen wie „Mission und (Post)Kolonialismus“ nicht ausgespart. Spannend: 1706 gründete der Sachse Bartholomäus Ziegenbalg die Dänisch-Hallesche Mission und ging nach Tranquebar in Indien, entsandt vom dänischen König Friedrich IV. Das Leipziger Missionswerk ist seit 1840 in Indien tätig.
Zu einem Arbeitsmittagessen hatten wir unsere Ökumenereferentin Helena Radisch eingeladen. Mit ihr konnten wir über unsere Partnerschaft sprechen.
Danach fuhren wir in die Gedenkstätte Lützen 1632. Die Schlacht war im Dreißigjährigen Krieg eine Schlacht ohne Sieger. In dieser fielen König Gustav II. Adolf von Schweden und 9000 schwedische und deutsche Soldaten. Das dargestellte Massengrab ist heute ein Mahnmal gegen den Krieg. Der Slogan „Krieg gehört ins Museum“ ist Programm und Aufrüttelung zugleich.
4. Tag – Sonntag
Wir feierten einen gemeinsamen deutsch-dänischen Gottesdienst in der Kirche von Breitenborn bei Rochlitz mit anschließendem Kaffeetrinken. In der Wickershainer Kirche erlebten wir ein sehr berührendes Konzert mit Anna Heimthal. Den Abschlussabend verbrachten wir in Breitenborn.
Wir sind dankbar für die gemeinsam verbrachte Zeit, für die finanzielle Unterstützung aus Kirchenbezirk und Landeskirche und freuen uns auf den Hybrid-Gottesdienst 2028 und unseren Gegenbesuch in 2029.
Conny Oehler
Dänemarkkreis im Kirchenbezirk Zwickau







Fotos ©: Conny und Michael Oehler
3. Hybridgottesdienst






.
Am 9. Oktober 2022 fand der 2. Hybridgottesdienst statt. Wir waren verbunden mit unseren Geschwistern in der Abildgård Kirke im dänischen Frederikshavn. Der Dänemarkkreis feierte diesen Gottesdienst im St. Petri Haus in Niederlungwitz. Wir sind dankbar für die technischen Errungenschaften, die Gemeinschaft über 1000 km Entfernung möglich macht.




Der erste Gottesdienst dieser Art fand am 26. September 2020 in der St. Georgenkirche Glauchau statt. Wir waren live mit unseren Brüdern und Schwestern in Dänemark verbunden. Der Gottesdienst dort fand in der Abildgård Kirke in Frederikshavn statt
Vom 23.-27. September 2021 waren 17 dänischen Freunde (+ 1 Busfahrer!) Gäste in unserem Kirchenbezirk.

Der erste Tag stand ganz im Zeichen von Vorträgen. Ein Wunschthema unserer Gäste war es, die Krankenhausseelsorge im Kirchenbezirk kennenzulernen. Pfarrerin Renate Bormann erzählte empathisch von ihrer Arbeit im Heinrich-Braun-Krankenhaus Zwickau und es entwickelte sich sofort ein reger Austausch.

Den zweiten Vortrag hielt Bezirkskatechet i.R. Joachim Winkler über das Thema „Christenlehre in der DDR“. Er reflektierte sehr anschaulich mit originalen Unterrichtshilfen des bekanntes Grafikers und Diakons Hans-Georg Anies (1930 – 2006) die Arbeit der Christenlehre ab 1945 bis in unsere heutige Zeit.

Der dritte Vortrag schloss sich thematisch nahtlos an das vorherige Thema an: Kantor Matthias Grummet erzählte den Gästen über die KinderJugendBildung, ein Projekt unserer Landeskirche, das in unserem Kirchenbezirk seit 2020 etabliert wird. Kantor Grummet konnte die einzelnen Bereiche vorstellen, zu denen die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf elementarpädagogischer, musikalischer und sozialarbeitender Ebene gehören.

Danach waren wir mit „Katharina von Bora“ auf Luthers Spuren im Zwickauer Stadtzentrum unterwegs und erlebten eine sehr engagierte Führung.

Anschließend erhielten wir eine profunde Führung im Dom St. Marien Zwickau durch Herrn Claus Richter, ehemaliger Hochschuldozent.

Last but not least stellte unser Superintendent die Strukturen von den vereinigten evangelischen Kirchen in Deutschland über die Landeskirchen bis zu den Kirchenbezirken vor.

Den zweite Besuchstag haben wir in Dresden verbracht, mit Andacht in der Frauenkirche und Gespräch mit dem stellvertretenden Bischof OLKR Dr. Thilo Daniel und dem Ökumenereferenten OKR Friedemann Oehme. Danach Freizeit für alle in der schönen Innenstadt.


Am dritten Tag fuhren wir ins Erzgebirge nach Annaberg-Buchholz. Das Highlight des Tages war der Besuch mit Führung der Annenkirche. Ebenso besuchten wir das alte Technikdenkmal Frohnauer Hammer und die Manufakur der Träume.

Am letzten Tag feierten wir einen gemeinsamen deutsch-dänischen Gottesdienst. Superintendent Pepel predigte zu Römer 10, 9 – 17.

Die Grüße des Bistums Aalborg in Dänemark überbrachten Nini Sporleder und Henning Thomsen.

Zum touristischen Programm des letzten Tages zählten der Besuch im Horch-Museum Zwickau und in der Töpferei Tauscherei in Waldenburg und ein schöner Abschlussabend im St. Petri Haus Niederlungwitz.

Wir sind dankbar für die gemeinsam erlebte Zeit, für die Gemeinschaft, das Kennenlernen neuer Freunde und für Gottes Bewahrung auf vielen Kilometern mit dem Bus!
©alle Fotos des Partnerbesuches : C. und M. Oehler, außer Foto Nr. 8 M. Irmscher und Foto Nr. 9 M. Dathe
Großes Foto oben: St. Budolfi Aalborgdomkirke
Neue Mitglieder in der Partnerarbeit sind herzlich willkommen.








